字号·· | 护眼
明镜周刊

德国选择党埃尔福特党代会:“抵抗”运动发言人在记者遇袭后退出AfD-Parteitag in Erfurt: Rückzug von »Widersetzen«-Sprecher nach Angriffen auf Reporter

点「原文对照」整页切到原文,或双击某段只看那段的原文。

前“抵抗”组织成员迈利塔菲:“回想起来,我必须承认,在这些事件之后,我没有明确而坚定地表明立场。” 照片:约纳斯·努斯鲍姆Ehemaliges »Widersetzen«-Mitglied Mailitafi: »Rückblickend muss ich feststellen, dass ich mich nach diesen Vorfällen nicht klar und eindeutig positioniert habe« Foto: Jonas Nußbaum

暴力事件发生后,反AfD抗议活动发言人苏拉吉·迈利塔菲宣布退出未能就反暴力立场达成共识:7月,“Widersetzen”(抵制)联盟在埃尔福特抗议AfD联邦党代会,多名记者遭到袭击。如今,该联盟一名知名成员宣布与其划清界限。保拉·哈泽 撰文“面对法西斯主义不存在中立。谁今天不进行抵抗,明天就会在独裁中醒来。”

Nach Gewalt bei Anti-AfD-Protest Suraj Mailitafi war Sprecher von »Widersetzen«, jetzt zieht er sich zurück Man habe keine gemeinsame Haltung gegen Gewalt gefunden: Im Juli protestierte »Widersetzen« gegen den AfD-Parteitag in Erfurt, mehrere Journalisten wurden attackiert. Nun distanziert sich ein prominentes Mitglied des Bündnisses. Paula Haase »Es gibt keine Neutralität gegenüber dem Faschismus. Wer heute keinen Widerstand leistet, erwacht morgen in einer Diktatur.« Unter dieser Prämisse hatte das linke Protestbündnis »Widersetzen« Anfang Juli nach Erfurt eingeladen, um den AfD-Bundesparteitag zu blockieren.

基于这一前提,左翼抗议联盟“Widersetzen”于7月初号召前往埃尔福特,旨在阻挠AfD联邦党代会。据主办方称,约有1.7万人参与了抗议行动。事后登上头条的却是寥寥数人。因为他们在抗议期间袭击了右翼民粹主义门户网站“Apollo News”的记者,抢走了一名《青年自由报》代表的手机。针对这些事件的调查仍在进行中。

Rund 17.000 Menschen beteiligten sich laut den Veranstaltern an der Protestaktion. Schlagzeilen machten hinterher ein paar wenige. Weil sie während des Protests Reporter des rechtspopulistischen Portals »Apollo News« attackierten, einem Vertreter der »Jungen Freiheit« das Handy raubten. Die Ermittlungen zu den Vorfällen dauern an.

事后,“Widersetzen”并未与这些袭击行为划清界限。联盟成员诺亚·桑德在联盟的一次新闻发布会上被问及此事时表示:“持有记者证的法西斯分子依然是法西斯分子。”时任联盟发言人的苏拉吉·迈利塔菲在接受《明星》周刊采访时表态更为强硬:“你们想要一个划清界限的表态,这是我无法给你们的。”民主价值观不容妥协不足四个月后,迈利塔菲现宣布退出“Widersetzen”发言人一职。

»Widersetzen« distanzierte sich hinterher nicht von den Angriffen. Auf sie angesprochen sagte Mitglied Noa Sander auf einer Pressekonferenz des Bündnisses: »Faschistinnen mit Presseausweis sind trotzdem Faschistinnen.« Der damalige Sprecher des Bündnisses, Suraj Mailitafi, wurde in einem Interview mit dem Magazin »Stern« noch deutlicher: »Sie wollen eine Distanzierung, die kann ich Ihnen nicht liefern.« Demokratische Werte gelten uneingeschränkt Knapp vier Monate später hat Mailitafi nun seinen Rückzug als Sprecher von »Widersetzen« verkündet. Am Mittwoch setzte der 25-Jährige einen Post bei Instagram ab – und nahm darin Bezug auf die Vorfälle in Erfurt: Es sei innerhalb der Bewegung nicht möglich gewesen, sich auf eine gemeinsame und eindeutige Haltung gegen Gewalt zu verständigen.

位25岁青年于周三在Instagram发文——并提及埃尔福特发生的事件:在运动内部,无法就反对暴力达成共同且明确的立场。同样也无法公开代表这一立场。

Ebenso sei es nicht möglich gewesen, diese öffentlich zu vertreten.

马伊利塔菲还写道:“回顾过去,我必须承认,在这些事件发生后,我没有明确、清晰地表明立场。” 被袭击的《阿波罗新闻》记者 7 月在埃尔福特:“没有明确、清晰地表明立场” 动之前,曾进行过多次讨论,探讨反法西斯抵抗可以是什么样子,以及哪些抗议形式是合法的。他明确谴责针对新闻从业者的袭击。在反对结构性种族主义的工作中,他一再援引基本权利和民主价值观。

Weiter schreibt Mailitafi: »Rückblickend muss ich feststellen, dass ich mich nach diesen Vorfällen nicht klar und eindeutig positioniert habe.« Attackierter Reporter von »Apollo News« im Juli in Erfurt: »Nicht klar und eindeutig positioniert« Foto: SOPA Images / LightRocket / Getty Images Dem Protest in Erfurt seien zahlreiche Diskussionen darüber vorausgegangen, wie antifaschistischer Widerstand aussehen könne und welche Formen des Protests legitim seien. Er verurteile die Angriffe auf Pressevertreter ausdrücklich. In seiner Arbeit gegen strukturellen Rassismus berufe er sich immer wieder auf Grundrechte und demokratische Werte. »Diese gelten uneingeschränkt, auch für Medien, deren Berichterstattung ich kritisch sehe.« In einem Interview mit der Wochenzeitung »Zeit« sagte Mailitafi, er wolle sich jetzt im Nachhinein klar gegen die Gewalt positionieren.

“这些权利和价值不受任何限制,也适用于我对其报道持批评态度的媒体。” 在接受周报《时代周报》采访时,马伊利塔菲表示,他现在事后想明确反对暴力。记者倒地的画面让他感到震惊。未来他想更多地专注于反对结构性种族主义和警察暴力的工作。马伊利塔菲对《明镜》周刊表示,他不想再回答关于他退出的媒体询问。

Die Bilder der am Boden liegenden Reporter hätten ihn erschrocken. Künftig wolle er sich wieder stärker auf die Arbeit gegen strukturellen Rassismus und Polizeigewalt konzentrieren. Weitere Medienanfragen zu seinem Rückzug wolle er nicht beantworten, sagte Mailitafi dem SPIEGEL.

“Widersetzen” (抵抗) 在接受《明镜》周刊询问时表示,不愿就具体涉及 Mailitafi 的问题发表评论。联盟对其退出表示遗憾,并祝愿他一切顺利。在 AfD(德国选择党)党代会前,联盟预料到会有右翼挑衅者参与。些人参加联盟的行动,目的是不断挑衅,“直到有人失去冷静,他们便可将其用于宣传”。参与行动者的共识是:“不攻击任何人,即使右翼挑衅者意在诱使如此。”

»Mit Aktionen von anderen« solidarisch »Widersetzen« schreibt auf SPIEGEL-Anfrage, sich nicht zu Fragen äußern zu wollen, die sich konkret auf Mailitafi beziehen. Das Bündnis bedauere seinen Rückzug und wünsche ihm alles Gute. Vor dem AfD-Parteitag habe man mit der Teilnahme von rechten Provokateuren gerechnet. Diese kämen zu den Aktionen des Bündnisses mit dem Ziel, solange zu provozieren, »bis jemand die Nerven verliert und sie das propagandistisch ausschlachten können«. Der Konsens für Teilnehmende der Aktionen sei: »Keine Menschen angreifen, auch wenn rechte Provokateure es darauf anlegen.« In Erfurt haben sich nicht alle an diesen Konsens gehalten. »Widersetzen« teilt auf SPIEGEL-Nachfrage mit: Man habe »die Auseinandersetzung mit Apollo News« weder organisiert noch kenne man die beteiligten Personen.

在埃尔福特,并非所有人都遵守了这一共识。“Widersetzen” 在回复《明镜》询问时称:既未组织“与 Apollo News 的冲突”,也不认识涉事人员。但该联盟表示“与他人的行动”保持团结,因此不予划清界限。

Allerdings sei man »mit Aktionen von anderen« solidarisch und distanziere sich daher nicht.

自由大学柏林分校冲突研究员 Jannis Grimm 认为,这体现了一个典型冲突:一方面是内部团结,另一方面是对外划清界限的诉求。他说:“当然,许多投身反右翼行动的人,内心排斥事后仿佛站在了明确右翼平台代表一边,并谴责自己联盟内部的人。”Mailitafi 的帖子揭示了广泛联盟反复面临的张力:“当共同公开立场与自身信念不符时,能在多大程度上共同承担?”

Jannis Grimm, Konfliktforscher an der Freien Universität Berlin, sieht darin einen typischen Konflikt, zwischen Solidarität nach innen einerseits und dem Anspruch, sich nach außen abzugrenzen, andererseits. Er sagt: »Natürlich widerstrebt es vielen Menschen, die sich gegen rechts engagieren, sich nun nachträglich sozusagen auf die Seite von Vertretern dezidiert rechter Plattformen zu stellen und Leute aus dem eigenen Bündnis zu verurteilen.« Mailitafis Post mache eine Spannung sichtbar, die breite Bündnisse immer wieder bearbeiten müssten: »Wie weit kann man eine gemeinsame öffentliche Position mittragen, wenn sie der eigenen Überzeugung nicht entspricht?« Mailitafi hat für sich nun eine Grenze gezogen.

Mailitafi 为自己划定了一条底线。但 Grimm 指出,仅凭此既无法推断该联盟从根本上激进化,也无法断定其抗议策略已然失败。

Daraus allein lasse sich aber weder ableiten, dass sich das Bündnis grundsätzlich radikalisiere, sagt Grimm, noch dass seine Proteststrategie gescheitert sei.

阅读媒体原文 ↗