萨克森州小镇海德瑙(Heidenau)为其决定辩护称,未来将不再在公共区域铺设新的“绊脚石”(Stolpersteine)。市长康妮·奥尔特尔(Conny Oertel,无党派人士)表示:“市议会的这一决定并不意味着海德瑙将不再进行纪念活动,也不意味着要移除现有的绊脚石。”
Die sächsische Kleinstadt Heidenau hat den Beschluss verteidigt, künftig keine neuen Stolpersteine mehr im öffentlichen Raum verlegen zu wollen. »Der Stadtratsbeschluss bedeutet weder, dass in Heidenau nicht mehr erinnert werden soll, noch dass bestehende Stolpersteine entfernt werden sollen«, sagte Bürgermeisterin Conny Oertel (parteilos).
在与“易北河上游民主联盟”(Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie)共同提出的跨党派决议草案中,德国选择党(AfD)和基民盟(CDU)的代表要求今后拒绝在“公共街道和人行道区域”铺设此类绊脚石。提案称,许多市民、受害者家属及相关倡议组织认为,这种纪念纳粹受害者的方式并不妥当。提案建议,纪念活动应优先在城市的北部公墓进行,以“确保不会发生直接踩踏纪念物的情况”。
In dem fraktionsübergreifenden Beschlussantrag gemeinsam mit dem »Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie« hatten Vertreter von AfD und CDU gefordert, solche Stolpersteine »im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich« künftig abzulehnen. Viele Bürger, Angehörige und Initiativen empfänden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen, hieß es in dem Antrag. Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so »dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist«.
奥尔特尔表示:“我们希望积极探讨如何在城市中建立一个庄严的纪念场所,并使对战争、恐怖、独裁、驱逐以及特别是纳粹主义受害者的纪念活动得以保持可见并持续发展。”市长强调,在一个民主社会中,对这一议题存在不同意见是理所当然的。她呼吁各方保持对话,并就各种可能性进行客观且开放的讨论。
»Wir wollen uns aktiv mit der Frage beschäftigen, wie wir in unserer Stadt einen würdigen Ort des Erinnerns schaffen und das Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror, Diktatoren, Vertreibung und insbesondere des Nationalsozialismus sichtbar halten und weiterentwickeln können«, so Oertel. Dass es zu diesem Thema unterschiedliche Meinungen gebe, sei in einer demokratischen Gesellschaft selbstverständlich, betonte die Bürgermeisterin. Sie rief dazu auf, miteinander im Gespräch zu bleiben und sachlich und ergebnisoffen über die verschiedenen Möglichkeiten zu diskutieren.
萨克森州的这一决定在德国全国范围内引发了公愤。联邦教育部长卡琳·普里恩(Karin Prien,基民盟)称此举为“丑闻”。她表示,那些试图将犹太人生活的纪念地排挤到公墓的人,是在让犹太人“再次变得隐形”。
Empörung über Entscheidung in Sachsen Die Entscheidung hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sprach von einem »Skandal.« Wer Erinnerungsorte jüdischen Lebens auf Friedhöfe verdrängen wolle, mache Jüdinnen und Juden »noch einmal unsichtbar«, sagte sie.
社民党州议员阿尔布雷希特·帕拉斯也表示:“我认为将我们日常生活中的绊脚石和纪念文化驱逐到城市边缘是错误的。”他指责德国选择党试图以此相对化纳粹主义。帕拉斯要求市议会重新考虑这一决定。“现在还为时不晚。”据称,社民党州议会党团准备为三块绊脚石承担赞助和责任。
»Die Stolpersteine aus unserem Alltag und Gedenkkultur an den Stadtrand zu verbannen, halte ich für falsch«, erklärte auch der SPD-Landtagsabgeordnete Albrecht Pallas. Er warf der AfD vor, damit den Nationalsozialismus relativieren zu wollen. Pallas forderte den Stadtrat auf, die Entscheidung zu überdenken. »Noch ist es nicht zu spät.« Die SPD-Landtagsfraktion sei bereit, Patenschaften und Kosten für drei Stolpersteine zu übernehmen, hieß es.
德国新闻社反暴力、右翼极端主义和种族主义行动联盟的迈卡·菲尔坎特表示,记忆必须在城市景观中保持可见。她是该联盟办公室主任。“这属于日常生活和人们生活的公共空间。”菲尔坎特说,纪念不应被驱逐到墓地。但关于纪念形式的讨论早已存在。
Die Erinnerung müsse im Stadtbild sichtbar bleiben, sagte Maica Vierkant vom Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus der Deutschen Presse-Agentur. Sie leitet die Geschäftsstelle. »Das gehört in den Alltag und in den öffentlichen Raum, wo die Menschen leben.« Das Gedenken solle nicht auf Friedhöfe verbannt werden, so Vierkant. Diskussion über die Formen der Erinnerung gebe es aber seit Langem.
绊脚石这种纪念形式自上世纪九十年代就已存在——如今在许多欧洲国家都有。菲尔坎特说:“这是一种被积极接受的纪念形式。”这些小石头被安放在纳粹受害者最后已知的居住地或活动地。他们的名字和生卒日期刻在石头表面。
Die Erinnerungsform der Stolpersteine gibt es bereits seit den Neunzigerjahren – und inzwischen in vielen europäischen Ländern. »Es ist eine Form des Gedenkens, die positiv aufgenommen wird«, sagte Vierkant. Die kleinen Steine werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort von Opfern des Nationalsozialismus verlegt. Deren Namen und Lebensdaten stehen auf der Oberseite.
“基民盟参与其中,令人痛心。他们真该把党名中的那个C去掉”:纪念石艺术家冈特·德姆尼希在政客们做出决定后指责他们虚伪。完整采访请见此处。
»Dass die CDU da mitmacht, ist bitter. Die sollte doch bitte schön ihr C aus ihrem Parteinamen streichen«: Gedenksteinkünstler Gunter Demnig wirft den Politikern nach ihrer Entscheidung Verlogenheit vor. Das ganze Interview lesen Sie hier.